Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung am 12.10.2008"Sie galt lange nur als die Schwester von Simone. Noch immer ist Hélène de Beauvoir nur wenig bekannt. Dabei hat sie fein gemalt, was ihr die Biographie vorgab." So beginnt der ganzseitige, reich bebilderte Artikel über "Die andere Beauvoir" in der FRANKFURTER ALLGEMEINE SONNTAGSZEITUNG vom 12. Oktober 2008.
Neuer Tag, Weiden am 21.11.2007: "Doch auch wenn Simone de Beauvoir kundtat: "Das Malen ist nichts für eine Frau." Hélène ließ sich nicht beeinflussen und ging ihren Weg. Heute zeigt sich: Simone de Beauvoir hatte sich getäuscht. Ihre jüngere Schwester Hélène ist mittlerweile dabei, der Schriftstellerin und Sartrefreundin den Rang abzulaufen. Und das zeigt nicht nur die Doppelausstellung "Hélène de Beauvoir - toujours et partout", die in den Regensburger Galerien Dr. Erdel Verlag und Galerie Hammer gezeigt wird..."
Der Spiegel am 25.07.2005:"... Die wechselnden Lebensstationen hinterließen nicht nur motivisch Spuren in ihrem Werk. Das Licht Portugals und Italiens, die Farben Marokkos, die Gondeln Venedigs und das Meer beeinflussten den Stil der Malerin weit mehr als zeitgenössische Kunstströmungen. Auf Moden gab Hélène ohnehin nicht allzu viel; die Malerin hatte von Anfang an ihren eigenen Kopf. Als sich in den späten vierziger Jahren in Frankreich längst alles um die abstrakte Kunst drehte, begann sie erst zögerlich, sich vom Figurativen zu lösen. Als ganz Paris etwas später nur noch von der informellen Malerei sprach, schuf sie spätkubistische Gemälde.Sie suchte ihren Weg zwischen Realismus und Abstraktion, nicht selten findet sich auf ihren Gemälden beides nebeneinander. Dem Publikum und der Kritik gefiel's - in manchen Jahren eröffnete Hélène de Beauvoir bis zu fünf Ausstellungen, Museen in Paris und Pittsburgh kauften ihre Bilder... "
Simone de Beauvoir mit den Fotos von Jean - Paul Sartre und Hélène de Beauvoir links oben. Aus den Memoiren von Simone de Beauvoir :Ich war am 9. Januar 60 Jahre alt geworden. Poupette hatte mich aus dem Elsass angerufen, und mir, wie so viele Male, ihre bedingungslose Liebe beteuert. Jahrelang habe ich mich über sie aufgeregt, und mich in Briefen an Sartre und Nelson Algren ziemlich herablassend über meine Schwester geäußert. Doch inzwischen sah ich viel klarer. Als Arlette, Sartres junge Freundin, in mein Leben trat, erkannte ich, dass die Lage der gewöhnlichen Frauen, die ich in “Das andere Geschlecht” angeprangert hatte und die mich nicht betraf, mich inzwischen sehr wohl betraf. Eine Ehefrau, die vom ersten Platz vertrieben wurde, genau in dieser Lage befand ich mich jetzt. Vierzig Jahre lang hatte ich durch meine Bücher einen besonderen Platz in Sartres Herzen eingenommen. Ich musste mich nolens volens auf das Schreiben konzentrieren; es blieb der einzige Sinn meines Lebens.
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Hélène de Beauvoir (Foto privat)
 Hélène de Beauvoir (Foto privat)
Simone de Beauvoir über Hélène
„Meine Schwester war mir die Liebste. Sie nahm jetzt in einem Institut der Rue Cassette an Kursen für Gebrauchsgraphik teil, die ihr Spaß machten. Bei einem dieser Schulfeste sang sie in dem Kostüm einer Schäferin alte französische Lieder; ich fand sie einfach bezaubernd. Manchmal ging sie zu einer Abendeinladung, und wenn sie dann – blond, rosig, beseelt – in ihrem blauen Tüllkleid nach Hause kam, schien unser ganzes Zimmer heller zu werden. Wir besuchten gemeinsam Ausstellungen, den Herbstsalon, den Louvre; am Abend zeichnete sie in einem Atelier in Montmartre; oft holte ich sie dort ab, und wir wanderten durch Paris, während wir die Unterhaltung fortsetzten, die mit unserem ersten Stammeln ihren Anfang genommen hatte. Wenn über die Böschungen der Seine das Dunkel herabgesunken war, sprachen wir atemlos zueinander von unserer triumphalen Zukunft: meinen Büchern, ihren Bildern, unseren Reisen, der Welt.Sie nahm an allen meinen Freundschaften, meinen Faibles und Besessenheiten teil. Abgesehen vielleicht von Jacques, hing ich an ihr am meisten. Sie stand mir zu nah, als dass sie mir zu leben hätte helfen können, aber ohne sie, so dachte ich, würde mein Dasein jeden Reiz verlieren. Wenn ich tragisch gestimmt war, sagte ich, wenn Jacques sterben würde, würde ich mir das Leben nehmen, verschwände jedoch sie, so würde ich nicht einmal nötig haben, mich erst umzubringen, um nicht mehr zu leben.“ Simone de Beauvoir (aus dem Ausstellungskatalog der Städtischen Galerie Erlangen anlässlich einer Ausstellung Hélène de Beauvoirs vom 16. Juni - 8. Juli 2007) http://www.staedtische-galerie-erlangen.de/
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