Galerie Hammer

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Der Spiegel am 25.07.2005:

Das bürgerliche Püppchen

"... Die wechselnden Lebensstationen hinterließen nicht nur motivisch Spuren in ihrem Werk. Das Licht Portugals und Italiens, die Farben Marokkos, die Gondeln Venedigs und das Meer beeinflussten den Stil der Malerin weit mehr als zeitgenössische Kunstströmungen. Auf Moden gab Hélène ohnehin nicht allzu viel; die Malerin hatte von Anfang an ihren eigenen Kopf. Als sich in den späten vierziger Jahren in Frankreich längst alles um die abstrakte Kunst drehte, begann sie erst zögerlich, sich vom Figurativen zu lösen. Als ganz Paris etwas später nur noch von der informellen Malerei sprach, schuf sie spätkubistische Gemälde.
Sie suchte ihren Weg zwischen Realismus und Abstraktion, nicht selten findet sich auf ihren Gemälden beides nebeneinander. Dem Publikum und der Kritik gefiel's - in manchen Jahren eröffnete Hélène de Beauvoir bis zu fünf Ausstellungen, Museen in Paris und Pittsburgh kauften ihre Bilder... "

 

  Simone de Beauvoir mit den Fotos von Jean - Paul  Sartre und

  Hélène de Beauvoir links oben.

 

 

Aus den Memoiren von Simone de Beauvoir :

Ich war am 9. Januar 60 Jahre alt geworden. Poupette hatte mich aus dem Elsass angerufen, und mir, wie so viele Male, ihre bedingungslose Liebe beteuert. Jahrelang habe ich mich über sie aufgeregt, und mich in Briefen an Sartre und Nelson Algren ziemlich herablassend über meine Schwester geäußert. Doch inzwischen sah ich viel klarer. Als Arlette, Sartres junge Freundin, in mein Leben trat, erkannte ich, dass die Lage der gewöhnlichen Frauen, die ich in “Das andere Geschlecht” angeprangert hatte und die mich nicht betraf, mich inzwischen sehr wohl betraf. Eine Ehefrau, die vom ersten Platz vertrieben wurde, genau in dieser Lage befand ich mich jetzt. Vierzig Jahre lang hatte ich durch meine Bücher einen besonderen Platz in Sartres Herzen eingenommen. Ich musste mich nolens volens auf das Schreiben konzentrieren; es blieb der einzige Sinn meines Lebens.